DER POTT FILMT

50 Filme / 4 Kinos / 1 Ruhrgebiet
FilmemacherInnen aus der Region im Gespräch von März bis November 2010

Vom März bis November im Rio Filmtheater Mülheim

 

2010 steht das Ruhrgebiet als europäische Kulturhauptstadt im Focus der Öffentlichkeit. Vier Filmkunst-Kinos im Pott - Endstation Kino Bochum / Filmforum Duisburg / Kino Babylon Hagen / Rio Filmtheater Mülheim - ergänzen das kulturelle Angebot unabhängig und finanziell unterstützt durch die Filmstiftung NRW mit einem Projekt, das den filmischen Reichtum der Region und ihre lebendige Filmszene in einer Auswahl präsentiert.

 

Von März bis November haben wir 16 ansässige RegisseurInnen mit einer Auswahl ihres filmischen Werks zum moderierten Gespräch mit dem Publikum eingeladen. Die Filmreihe Der Pott filmt umfasst Dokumentarfilme, Spielfilme, Kurzfilme, Experimentalfilme von den 1960er Jahren bis hin zu neuen Produktionen aus 2010, die im Ruhrgebiet gedreht wurden und regionale Inhalte aufweisen. Einen improvisierten Live-Charakter bieten die Filmabende mit Robert Bosshard und Horst Herz. Zwei Programme mit Kurzfilmen unterschiedlicher Regisseure sind dabei, kuratiert von blicke·filmfestival des ruhrgebiets. So zeigen insgesamt 24 sich  eergänzende Veranstaltungen in vier Städten ein facettenreiches Bild der Region.

 

 

 

Das Gesamtprogramm finden Sie unter: www.der-pott-filmt.de oder hier als PDF-Download.

 

Spielort: Rio Filmtheater Mülheim, Synagogenplatz 3, 45468 Mülheim an der Ruhr, Tel. 0208 / 47 91 87

 

Das Programm "Der Pott filmt" im Rio:

 

Alle Termine im Überblick finden Sie hier als PDF-Download.


B 224 (Erdbewegung) & Ein Schloss für alle
Kurzfilmprogramm

So. 09.05., 17.30 Uhr

 

Zu Gast: Rainer Komers
Moderation: Michael Girke (Autor u. Filmkritiker)

 

Rainer Komers (Mülheim & Berlin) wird 1955 in Guben geboren. Er studiert Film an der Kunstakademie Düsseldorf, ist Gaststudent der Fotografie an der Universität Essen. Mit Klaus Helle realisiert er mehrere Dokumentarfilme, macht u.a. Kamera bei Werner Nekes, Dore O. Film- und Radioprojekte in Alaska, Indien und im Jemen gehören zu seinen Arbeiten, sowie Filmseminare in Deutschland und Österreich. Filme (Auswahl): Zigeuner in Duisburg (1980), Erinnerung an Rheinhausen (1987-89), Nome Road System (2004), Kobe (2007), Milltown, Montana (2009).

Ein Schloss für alle
D 1998. R+K: Rainer Komers. T: Enzio Edschmid. S: Dieter Reifarth. 44 Min.
In Mülheim a. d. Ruhr liegt am Flussufer das Schloß Styrum. Der letzte Besitzer verschenkte es 1959 an die Stadt. 1992 wurde die dortige Freizeitanlage erweitert, u. a. um Künstlerateliers und eine Kleingartenanlage. So entwickelte sich ein „soziales Biotop“, in dem verschiedene Individuen und Grüppchen miteinander leben und für unverkennbares Ruhrpottkolorit sorgen.

B 224 (Erdbewegung)
D 1999. R+B+K: Rainer Komers. T: Michael Busch. S: Bert Schmidt. 23 Min
B 224 ist eine deutsche Schnellstrasse, die wie überall in der Welt an Städten, Kirchen, Fabriken, Flussufern, Krankenhäusern und Müllkippen vorbeiführt. B 224 ist ein dokumentarisches „Road Movie“. Dabei tritt an die Stelle der Reise eine audiovisuelle Betrachtung von künstlichen Orten. (37th International Film Festival Cracow)

 

 

Blicke aufs Alltägliche
Kurzfilmprogramm

So. 26.09., 17.00 Uhr

 

Zu Gast: Reinald Schnell
Moderation: Paul Hofmann (Kinemathek im Ruhrgebiet)

 

Reinald Schnell (Mülheim) wird 1935 in Wuppertal geboren. Er malt und schreibt seit seinem 17. Lebensjahr. Nach einer Handwerkslehre dreht er 1962 seinen ersten Film. Ab 1979 ist er eine Zeit lang freier WDR Mitarbeiter. Neben seinen eigenen Projekten realisiert er Filme mit u. a. Rainer Komers. Der Mitbegründer des Filmbüros NRW ist engagierter Gewerkschafter. Filme (Auswahl): 1965 Rheinstrom (1965, mit seinem Vater Robert Wolfgang Schnell und Peter Nestler), Das Moorsoldaten-Lied (1972), Der Monolog mit Anna Fechter (1990).

 

Mülheim (Ruhr)
D 1964. R: Reinald Schnell, Peter Nestler. M: Dieter Süverkrüp. 14 Min.
Impressionen. Bilder einer Stadt.

Die Bank
D 1987. R: Reinald Schnell. 15 Min.
Literaturverfilmung nach eigenem Werk. Eine Frau und ein Mann gehen durch die Stadt und treffen sich zufällig auf einer Bank. In einem Gespräch kommen sie ihrer Wirklichkeit näher als in ihren Monologen.

Ruhrort
D 1982. R: Reinald Schnell. 7 Min.
Eine Hafenstadt ohne Glanz. Ihre ‚große’ Zeit ist vorbei. Menschen, Straßen, Kneipen.

Pferdegeschichte
D 1979. R: Reinald Schnell. 7 Min.
Literaturverfilmung nach eigenem Werk. Drei Arbeiter kaufen aus Mitleid ein Pferd. Es sollte geschlachtet werden.

Kassenberg: Arbeit, Leben, Kunst
D 1985. R: Reinald Schnell. 22 Min.
Kassenberg, die Straße der Lederfabriken und eines Steinbruchs in Mülheim an der Ruhr. Arbeiterhäuser neben Fabrikantenvillen und ein versteckter Ort der Kommunikation.

Besuch bei Nischke
D 1980. R: Reinald Schnell. Mitarbeit: Richard Limpert, Rainer Komers. 7 Min.
Literaturverfilmung. Ein Bergmann erinnert sich ans Zechensterben. Eine Kurzgeschichte des Arbeiterdichters Richard Limpert.

Zensur: Der Modellbauer
D 1984, R: Reinald Schnell. 19 Min.
Der Kommunist Willi Anheyer findet in Mülheim keine Arbeit. Sein verfilmtes Schicksal wird zensiert. Als Fernsehbeitrag wurde die Dokumentation nicht gesendet. Ein Film über eine Zensur-Maßnahme.

 

 

Der Stau, die Arbeit und das Vergnügen
Kurzfilmprogramm

So. 26.09., 17.00 Uhr

 

Zu Gast: Daniel Hein, Marcus Greulich, Frank Wierke
Moderation: Gabi Hinderberger (Festivalleiterin blicke - filmfestival des ruhrgebiets)

 

Da Zwischen sind wir
D 2003. R+B+K+S: Frank Wierke. 2 Min.
...wie das Ruhrgebiet filmen, einen Moment "Ruhrgebiet" schaffen, ohne es zu zeigen?
Definiert sich das tägliche Ruhrgebiet vor allem durch den Verkehr und durch den Radioservice der Staumeldung, die Stimmen, die mich durch den Tag begleiten...?
Schiebe ich Informationszwecke beiseite und nehme die Namen und Klänge der vorgelesenen Orte und Städte - entsteht ein Bild vor meinen Augen, ein Gewebe aus Städten, Strassen, Orten, Kreuzungen. Eine Poesie der Vorstellungskraft, auch im Dialog mit dem Sichtbarwerden der vertrauten Radiostimmen.
Hier finde ich eine Anlehnung an Ideen amerikanischer Lyriker des Black Mountain Colleges, die schon um 1950 mit Sprachmaterial, Wetterberichten etc. und deren Neu-Anordnung ein poetisches Bild ihres Landes in Wörtern schufen.
Was geschieht, wenn Stimmen zu Bildern, Ereignissen, Erinnerungen, Assoziationen werden?
...und wir da zwischen sind? (Frank Wierke)

 

Ab in Kanal
D 1999. R+B+K: Daniel Hein. 20 Min.
„brauchen wir nicht nach Spanien fahren – wir haben doch hier den canale grande“
Hochsommer im Ruhrgebiet: Der Dortmund-Ems-Kanal, das größte Freibad Dortmunds, lockt Ausflügler wie Schwimmhungrige gleichermaßen an: Ein Badevergnügen mit Tradition. Ein Hafenarbeiter schwärmt von seinen ersten Schwimmversuchen anno 1946  - und der jugendliche Nachwuchs probt den Mut bei waghalsigen Sprüngen von der Kanalbrücke.
„Hier isses billiger als wie im Schwimmbad“, und so schaffen sich die Menschen im Ruhrgebiet fern der kommerziellen Spaßbäder ihr Freizeitparadies selber.
Und für die Wellen sorgen schon die Schubverbände...

Phoenix.de
D 2001. R: Marcus Greulich, Michael Ringelsiep. P: FH Dortmund. 36 Min
Hoesch Dortmund macht dicht. Ein Stahlkocher nimmt Abschied und versucht, sich auf das ungewisse Morgen einzustellen. Zwei Programmierer, die zurzeit für Filmproduktionen arbeiten, sind erfolgreich, ortsungebunden und sich einer sicheren Zukunft gewiss. Ein Film über das Eingebundensein an den alten Arbeitsplätzen und die Freiheit an den neuen.

 

 

 

weitere Informationen unter: 0201/27 55 55