Hanns-Peter Hüster mit 16mm-Projektor Debrie, 1958 Das erste kleine Kino baute Hanns-Peter
Hüster Anfang der 50er Jahre zusammen
mit filmverrückten Freunden bereits als
Jugendlicher im Luftschutzkeller seines
Elternhauses. Die Freunde schlossen sich
zum „Filmbund“ zusammen und zeigten
hier Nachbarn und Freunden alles, was
sie auf 8mm- und 16mm-Film ergattern
konnten.
Mitte der 50er Jahre installierte die Pfarrei
St. Maria Empfängnis in Holsterhausen
ein 16mm-Kino in ihrem Gemeindesaal,
das Hanns-Peter Hüster mit einem
Freund und Kaplan Stimpel als Gemeindekinobetrieb.
Ende der 50er, Anfang der 60er Jahre
trafen sich die Filmfreunde des Filmbundes
zu regelmäßigen Filmvorführungen
in einem Kino, das sie unter Hanns-Peter
Hüsters Federführung im Keller des Eiscafés
Pellegrino in der Viehoferstraße eingerichtet
hatten.
Hanns-Peter Hüster und Horst „Hulot“ Horriar an der Kasse des Studio Filmforum
1962: Ein Traum geht in Erfüllung. Hanns-
Peter Hüster pachtet von der Stadt Essen
die Frillendorfer Lichtspiele.
Am 19.01. eröffnet er hier unter dem Namen
Studio Filmforum sein erstes „richtiges“
eigenes Kino, „Pal Joey“ ist der erste
Film. Mit Unterstützung von Filmfreunden
- allen voran Horst Horriar - betreibt
er es als einen frühen Vorläufer der späteren
Programmkinos zwei Jahre lang.
Dann beschließt die Stadt die Einrichtung
eines Kinderheims in den Kinoräumen.
15.05.1964: Das Studio Filmforum und
seine Kinotechnik wechseln in das noch
junge Jugendzentrum der Stadt Essen,
wo es von Hanns-Peter Hüster und Horst
Horriar in Verbindung mit dem Jugendamt
und dessen Unterstützung als anspruchsvolles
Kino bis Ende 1970 betrieben wird.
Gezeigt werden Filme, die sonst nicht zu
sehen sind, Klassiker, Originalfassung,
Filmreihen, Experimentelfilme, etc.
Spätestens als die Stadt Essen 1966 das
Kino komplett übernimmt, Hanns-Peter
Hüster aber weiter für Programmplanung
und Durchführung verantwortlich ist, wird
aus dem ehemaligen Studio Filmforum,
unter seinem neuen Namen Cinema 66,
das erste Kommunale Kino der Republik.
(Fälschlicherweise wird das 1970 gegründete
Filmforum in Duisburg immer
wieder als erstes Kommunales Kino bezeichnet.)
1971: Aus dem Cinema 66 wird die Galerie
Cinema, die als kleinstes Kino Essens
bis heute in Rüttenscheid als Filmkunsttheater
geführt wird.
1973: Marianne Menze bleibt nach dem
Besuch von Stanley Kubricks „2001 -
Odyssee im Weltraum“ in der Galerie Cinema,
für immer …
1980: Das 1955 eröffnete Eulenspiegel
Filmtheater wird von Hanns-Peter Hüster
übernommen, renoviert, technisch aufgerüstet
und als Programmkino etabliert.
1980: Claudia Hagedorn wird als Stammgast
bei einem Kinobesuch gebeten, kurz
die Einlasskontrolle zu übernehmen und
„bleibt hängen“ ...
1981: Bernhard Wilmer wird als Freund
von Claudia Hagedorn bei einem Kinobesuch
um kurze Mithilfe gebeten und
„bleibt hängen“…
1988: Raoul Hüster sammelte schon im
Krabbelalter „Einlasserfahrung“, steigt
nun voll ein und „bleibt hängen“…
1991: Das Filmstudio wird „Essener Filmkunsttheater“.
1994: Christiane Hüls wird nicht zu „Einlasserfahrungen“
gedrängt, sie bewirbt
sich freiwillig und…
1995: Das 1958 eröffnete Astra Theater
wird ebenfalls „Essener Filmkunsttheater“
1995: Neueröffnung des Rio in Mühlheim,
zusammen mit dem Filmbüro NRW
1998: Übernahme des Betriebs der Lichtburg.
1998: Die heute 86-jährige Ilse Brand hat
bereits fast vierzig Kinoarbeitsjahre hinter
sich, als sie 73-jährig – die Lichtburg als Jungbrunnen nutzend – als Einlasskraft
arbeitet und…
2000: Jutta Müller wird zum Büroengel,
ganz ohne „Einlasserfahrung“ ...
2002: Thorsten Linnebrink wird über „Einlasserfahrung“
Azubi und…
2003: Die Lichtburg wird nach einjähriger
Renovierung wiedereröffnet.
2003: Martin Dams wird nach „Einlasserfahrung“
Azubi und…
2003: Andreas Nitsch wird zur Seele im
Allerheiligsten, dem Vorführraum der
Lichtburg ...
2004: Nach langer Arbeit in Münchener
Kinos muss Ingrid Lüdeke nicht erst „Einlasserfahrung“
in den Kinos ihrer Heimatstadt
sammeln ...
2005: Petra Kensbock überspringt diese
Phase auch und stürzt sich gleich engagiert
auf das Büro ...
2009: Das Filmstudio wird wiedereröffnet.
Durch den unvergleichlichen Einsatz
Essener Bürger wurde der Wiederaufbau
des ältesten noch existierenden Kinos
des Ruhrgebietes erst ermöglicht
Über die o. g. Mitarbeiter hinaus müssen
Tom Kilimann, Stanislav Bits und Marc
Krüger genannt werden, die ebenfalls
seit Jahren zum Stamm gehören.
Hunderte von Mitarbeitern haben oft
während des gesamten Studiums in den
Kinos gearbeitet, etliche sind später in
der Filmbranche gelandet, einige wollten
sich nie wirklich trennen. Stellvertretend
für Letztere seien hier genannt: Udo Lütteken,
Nicole Kronauer, Bettina Kappert,
Michael Assenheimer, Alex Lüdiger, und
viele mehr.
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