50 Jahre Filmtheaterbetriebe Hanns-Peter Hüster: 1962 - 2012

Hanns-Peter Hüster mit 16mm-Projektor Debrie, 1958
Hanns-Peter Hüster mit 16mm-Projektor Debrie, 1958

Das erste kleine Kino baute Hanns-Peter Hüster Anfang der 50er Jahre zusammen mit filmverrückten Freunden bereits als Jugendlicher im Luftschutzkeller seines Elternhauses. Die Freunde schlossen sich zum „Filmbund“ zusammen und zeigten hier Nachbarn und Freunden alles, was sie auf 8mm- und 16mm-Film ergattern konnten.

Mitte der 50er Jahre installierte die Pfarrei St. Maria Empfängnis in Holsterhausen ein 16mm-Kino in ihrem Gemeindesaal, das Hanns-Peter Hüster mit einem Freund und Kaplan Stimpel als Gemeindekinobetrieb.

Ende der 50er, Anfang der 60er Jahre trafen sich die Filmfreunde des Filmbundes zu regelmäßigen Filmvorführungen in einem Kino, das sie unter Hanns-Peter Hüsters Federführung im Keller des Eiscafés Pellegrino in der Viehoferstraße eingerichtet hatten.

Hanns-Peter Hüster und Horst 'Hulot' Horriar an der Kasse des Studio Filmforum
Hanns-Peter Hüster und Horst „Hulot“ Horriar an der Kasse des Studio Filmforum

1962: Ein Traum geht in Erfüllung. Hanns- Peter Hüster pachtet von der Stadt Essen die Frillendorfer Lichtspiele. Am 19.01. eröffnet er hier unter dem Namen Studio Filmforum sein erstes „richtiges“ eigenes Kino, „Pal Joey“ ist der erste Film. Mit Unterstützung von Filmfreunden - allen voran Horst Horriar - betreibt er es als einen frühen Vorläufer der späteren Programmkinos zwei Jahre lang. Dann beschließt die Stadt die Einrichtung eines Kinderheims in den Kinoräumen.

15.05.1964: Das Studio Filmforum und seine Kinotechnik wechseln in das noch junge Jugendzentrum der Stadt Essen, wo es von Hanns-Peter Hüster und Horst Horriar in Verbindung mit dem Jugendamt und dessen Unterstützung als anspruchsvolles Kino bis Ende 1970 betrieben wird. Gezeigt werden Filme, die sonst nicht zu sehen sind, Klassiker, Originalfassung, Filmreihen, Experimentelfilme, etc. Spätestens als die Stadt Essen 1966 das Kino komplett übernimmt, Hanns-Peter Hüster aber weiter für Programmplanung und Durchführung verantwortlich ist, wird aus dem ehemaligen Studio Filmforum, unter seinem neuen Namen Cinema 66, das erste Kommunale Kino der Republik. (Fälschlicherweise wird das 1970 gegründete Filmforum in Duisburg immer wieder als erstes Kommunales Kino bezeichnet.)

1971: Aus dem Cinema 66 wird die Galerie Cinema, die als kleinstes Kino Essens bis heute in Rüttenscheid als Filmkunsttheater geführt wird.

1973: Marianne Menze bleibt nach dem Besuch von Stanley Kubricks „2001 - Odyssee im Weltraum“ in der Galerie Cinema, für immer …

1980: Das 1955 eröffnete Eulenspiegel Filmtheater wird von Hanns-Peter Hüster übernommen, renoviert, technisch aufgerüstet und als Programmkino etabliert.

1980: Claudia Hagedorn wird als Stammgast bei einem Kinobesuch gebeten, kurz die Einlasskontrolle zu übernehmen und „bleibt hängen“ ...

1981: Bernhard Wilmer wird als Freund von Claudia Hagedorn bei einem Kinobesuch um kurze Mithilfe gebeten und „bleibt hängen“…

1988: Raoul Hüster sammelte schon im Krabbelalter „Einlasserfahrung“, steigt nun voll ein und „bleibt hängen“…

1991: Das Filmstudio wird „Essener Filmkunsttheater“.

1994: Christiane Hüls wird nicht zu „Einlasserfahrungen“ gedrängt, sie bewirbt sich freiwillig und…

1995: Das 1958 eröffnete Astra Theater wird ebenfalls „Essener Filmkunsttheater“

1995: Neueröffnung des Rio in Mühlheim, zusammen mit dem Filmbüro NRW

1998: Übernahme des Betriebs der Lichtburg. 1998: Die heute 86-jährige Ilse Brand hat bereits fast vierzig Kinoarbeitsjahre hinter sich, als sie 73-jährig – die Lichtburg als Jungbrunnen nutzend – als Einlasskraft arbeitet und…

2000: Jutta Müller wird zum Büroengel, ganz ohne „Einlasserfahrung“ ...

2002: Thorsten Linnebrink wird über „Einlasserfahrung“ Azubi und…

2003: Die Lichtburg wird nach einjähriger Renovierung wiedereröffnet.

2003: Martin Dams wird nach „Einlasserfahrung“ Azubi und…

2003: Andreas Nitsch wird zur Seele im Allerheiligsten, dem Vorführraum der Lichtburg ...

2004: Nach langer Arbeit in Münchener Kinos muss Ingrid Lüdeke nicht erst „Einlasserfahrung“ in den Kinos ihrer Heimatstadt sammeln ...

2005: Petra Kensbock überspringt diese Phase auch und stürzt sich gleich engagiert auf das Büro ...

2009: Das Filmstudio wird wiedereröffnet. Durch den unvergleichlichen Einsatz Essener Bürger wurde der Wiederaufbau des ältesten noch existierenden Kinos des Ruhrgebietes erst ermöglicht Über die o. g. Mitarbeiter hinaus müssen Tom Kilimann, Stanislav Bits und Marc Krüger genannt werden, die ebenfalls seit Jahren zum Stamm gehören. Hunderte von Mitarbeitern haben oft während des gesamten Studiums in den Kinos gearbeitet, etliche sind später in der Filmbranche gelandet, einige wollten sich nie wirklich trennen. Stellvertretend für Letztere seien hier genannt: Udo Lütteken, Nicole Kronauer, Bettina Kappert, Michael Assenheimer, Alex Lüdiger, und viele mehr.

 

 

 

 

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