Der lange Abschied von der Kohle

Dokumentarfilm zum Ausstieg aus der Steinkohlenförderung

D 2017; 110 Min.; Regie: Werner Kubny und Petra Neukirchen

Das Ruhrgebiet und das Ibbenbürener Revier sind in vielerlei Hinsicht „auf Kohle gebaut“. Wenn im Dezember 2018 die letzten Tonnen Steinkohle nach über 150 Jahren Industriegeschichte gefördert und die letzten beiden Zechen geschlossen werden, dann geht viel mehr zu Ende als nur ein großes Kapitel deutscher Industriegeschichte. Der Bergbau hat über viele Jahrzehnte die Landschaft und die Menschen geprägt, ihre Mentalität und Alltagskultur.

Die unverkennbare Identität hat auch heute noch, nach langen, harten Jahren des Strukturwandels, viel mit Kohle zu tun. Die Filmemacher Werner Kubny und Petra Neukirchen schlagen in ihrem Dokumentarfilm den Bogen von den 1950er Jahren, als die Kohleförderung ihren Höhepunkt erreichte, bis zum bevorstehenden endgültigen Aus. Der Film erinnert an die Zeit, als der Bergbau der Motor des bundesdeutschen Wirtschaftswunders war und mit der Montanunion zur Keimzelle eines geeinten Europas wurde, an den Beginn der Zechenschließungen, die vielen Kämpfe der Bergleute um den Erhalt ihrer Arbeitsplätze, die Anstrengungen im Bereich Gesundheit und Sicherheit der Bergleute und die Gründung der RAG, deren Aufgabe neben der Steinkohlenförderung es war und ist, die permanente Reduzierung der Standorte ohne soziale Verwerfungen zu bewerkstelligen. Der Dokumentarfilm begleitet Bergleute an ihre Arbeitsplätze unter und über Tage, beobachtet ihren persönlichen Abschied von der Kohle und lässt die besondere Atmosphäre aus Kameradschaft, Zuverlässigkeit und Solidarität spürbar werden, ein Miteinander, das sie alle beschwören. Der Film geht aber auch an die Orte, wo die Zukunft nach dem Bergbau schon längst begonnen hat, wo das Erbe der Kohle mit Industriekultur, Nachbergbau und der Neubelebung ehemaliger Zechen-standorte auch künftig die Region unverwechselbar machen soll.

Quelle: Werner Kubny Filmproduktion

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