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| Der Herr der Ringe - Die Rückkehr des Königs Lord of the Ring – Return of the King
Nicht immer sind aller guten Dinge drei: siehe „Krieg der Sterne“
oder „Matrix“, deren Fortsetzungen schwach und schwächer
ausfielen. Die Erwartungen an den letzten Teil der „Herr der Ringe“-Trilogie
sind gigantisch – doch nicht vergeblich. Das Finale der Tolkien-Saga
fällt überwältigend, pompös aus: eine majestätische
Rückkehr des neuseeländischen Kino-Königs Peter Jackson. Darf’s ein bisschen mehr sein? Die strategische Gretchenfrage jeder
Fortsetzung beantwortet Regisseur, Ko-Autor und Ko-Produzent Peter Jackson
mit einem ebenso laut wie gut gebrüllten „Ja!“. Noch
länger (200 Minuten!) . Noch spezialeffektvoller. Noch spektakulärer.
Noch oscarträchtiger. Doch was wären alle Superlative ohne stimmige
Story, alle Gigantomanie ohne Gefühle? Deshalb haut der einstige
Splatter-Regisseur auch dramaturgisch drastisch auf die Pauke: Gut und
Böse, Freundschaft und Loyalität, Mut und Schwäche, selbst
ein Vater-Sohn-Konflikt à la Shakespeare fehlt nicht im Repertoire
der klassischen Konflikte. All das wird inszeniert mit so bildgewaltiger
Opulenz, dass man mit dem Gucken bisweilen kaum noch nachkommt. Derweil
das rasante Erzähltempo der komplexen Geschichte samt ihrer zahlreichen
Figuren wenig Zeit zum Griff in die Popcorntüte lässt. Am Anfang war der Ring. So beginnt das Epos mit einem Rückblick,
wie die Hobbits Deagol und Smeagol das verhängnisvolle Schmuckstück
einst fanden und sogleich der erste Streit um die Macht ausbrach. Für
Fans des digitalen Gollum ein ganz besonders Vergnügen, sieht man
hier den Schauspieler Andy Serkins (der als Vorlage für die Trickkünstler
diente) doch leibhaftig, bevor er später vom fröhlichen Hobbit
zur tragischen Kreatur mutiert. Schnitt zum ersten Handlungsstrang: die
Gefährten Frodo (Elijah Wood) und Sam (Sean Astin) gemeinsam mit
Gollum auf dem langen Weg zur endgültigen Entsorgung des fatalen
Rings im Höllenschlund von Mordor. Unterdessen, im zweiten Handlungsstrang, kehren Gandalf (Ian McKellen)
und Aragon (Viggo Mortensen) aus der Schlacht von Helms Klemm nach Isengart
zurück. Dass der neugierige Hobbit Pippin einen Blick auf die geheimnisvolle
Kugel in Gandalfs Gepäck wirft, hat schlimme Folgen: er erblickt
das Auge des Bösen. Umgekehrt hält Sauron ihn nun für den
Träger des Rings. Gandalf und Pippin brechen nach Minas Tirith auf,
wo sie den verbitterten, dem Wahnsinn nahen König Denethor vergeblich
zur großen Schlacht auffordern. In einem weiteren Erzählstrang
schließlich muss Aragon sich mit Elben-Hilfe seinem Schicksal stellen
und die Rolle des mutigen Anführers übernehmen. Während
die vereinten Völker, eine Armee der Toten inklusive, sich in einer
gigantischen Schlacht gegen die schier endlosen Legionen des Bösen
werfen, der listige Elbe Legolas (Orlando Bloom) mit Pfeil und Bogen gegen
monströse, elefantenähnliche Fantasy-Gestalten kämpft,
läuft dem wackeren Frodo die Zeit davon: die Macht des Rings wird
immer verhängnisvoller, er gerät in die Fänge der Riesenspinne
Kankra und schließlich verlässt den blauäugig strahlenden
kleinen Helden auf den letzen Metern seiner Mission fast die Kraft. Ganz im Unterschied zum Regisseur, der sein 'powered by emotion’ Fantasy-Füllhorn derart vollgepackt hat, dass er die Lovestory zwischen Faramir und Eowyn oder Christopher Lee als Saruman aus Zeitgründen auf dem Schneidetisch opfern musste und erst in der längeren DVD-Version präsentieren wird. Im Heimkino freilich dürfte die atemberaubende Mutter aller Filmschlachten wohl nur noch wie der Ameisenhaufen eines Computerspiels wirken. Im Ausland soll es die 'extend dvd-version’ der „Zwei Türme“ inzwischen für den Kinoeinsatz geben. Nach dem absehbaren Mega-Erfolg des „Königs“ dürfte eine Rückkehr der geplanten DVD-Langfassung auf der Leinwand nicht ganz undenkbar sein - „Darfs ein bisschen noch mehr sein“ als Kino-Bescherung für übernächstes Weihnachten?
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